Willst auch Du die Kids von Grünau dabei unterstützen, möglichst bald die Eröffnung ihres eigenen Projektraums für kulturelle Teilhabe zu feiern und Miete, Nebenkosten und Versicherungen für mindestens ein Jahr zu sichern? Dann beteilige dich bis zum 5.6.2018 an unserem Crowdfunding und erzähle auch gern deiner Familie, deinen Freund*innen und Kolleg*innen davon!

 

Alle Infos auf: visionbakery.com/teilhabe

 

greater form

kinder und jugendliche haben, unabhängig von ihrem sozialen und ökonomischen hintergrund, ein kritisches verhältnis zu ihrer umwelt, auch zu ihrer schule. aber wird dies gesehen, wertgeschätzt und gefördert?

 

greater form sind die Künstler*innen Lina Ruske und Philipp Rödel sowie der Kulturwissenschaftler Mirko Gust. Seit 2015 erforschen wir mit den Grünauer Kids das Leben in ihrem Stadtteil. Bisher in temporären Projekten.

„neue bilder braucht grünau” wurde 2017 mit dem „Sächsischen Preis für kulturelle Bildung - kultur.LEBT.demokratie” ausgezeichnet.

 

Zentral in unserer Arbeit sind die Kids selbst. Mit künstlerischen Mitteln erschaffen wir für ihre Themen und Anliegen einen Reflexionsraum und eine Produktionsplattform. Auf einer absolut freiwilligen Basis schaffen wir es, selbst mit denjenigen Kids konstruktiv zusammenzuarbeiten, die sonst kaum erreicht werden.

 

Dem Bedarf der Kids an den von uns initiierten Möglichkeitsräumen entsprechend, wollen wir unsere Arbeit in dem wachsenden sozialen Brennpunkt Grünau kontinuierlich fortsetzen. Hierfür soll unser Projektraum eröffnet werden.

 

Infos zu Grünau

Grünau ist mit seinen rund 43.000 Einwohner*innen eine der größten Großwohnsiedlungen Deutschlands. Im schatten seines zweifelhaften Images  – als “Ghetto und Absteige für Hartz-IV-Empfänger” (O-Ton eines Grünauers, Projekt “neue bilder braucht grünau“ 2017) – hat es sich in den letzten drei Jahren zu einem der diversesten Stadtteile Leipzigs entwickelt. Hier leben unterschiedlichste Menschen mit vielfältigen Hintergründen, Lebenserfahrungen und Fähigkeiten. Grünau hat gute Voraussetzungen, beispielhaft für Leipzig als eine wachsende Großstadt in einer zusammenwachsenden Welt zu werden. Wofür Grünau dabei in Zukunft stehen wird, ist noch offen und wird auch daran liegen, wie wertschätzend den vorhandenen Möglichkeiten und den damit verbundenen Herausforderungen begegnet wird.

 

Kinder und Jugendliche in Grünau sind ökonomisch oft benachteiligt und verfügen über nur geringe Beteiligungschancen. Im Leipziger Gesamtvergleich leben in Grünau sowohl die meisten Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund als auch die meisten Familien mit ALG-II-Leistungsbezug. Auch die quote der Schulabbrecher*innen ist hier am höchsten. In dieser Gesamtsituation kommt es vermehrt zu gegenseitiger gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, zu Ausgrenzung, Diskriminierung und mittlerweile auch verstärkt zu Kriminalität von Jugendlichen und zu Bandenbildungen.

In unserer Arbeit konnten wir bei vielen Kids Anzeichen von emotionaler und physischer Vernachlässigung feststellen. Häufig berichteten sie beispielsweise von häuslicher Gewalt oder von Schlägereien im Stadtraum, deren Zeug*innen sie wurden. Überhaupt spielen verschiedenste Ausprägungen von Gewaltphänomenen eine große Rolle in ihrer Alltagserfahrung, wobei sie aber in der Regel nicht nur von Gewalt betroffen sondern gleichwohl auch an ihrer Ausübung beteiligt waren.

 

Wie wir arbeiten

Die wichtigste Grundlage unserer Praxis ist unser Menschenbild, besonders hinsichtlich der Lern- und Entwicklungsfähigkeiten. Darauf aufbauend gestalten wir unsere Zusammenarbeit mit den Kids.

 

für uns hat jede*r einen unbedingten willen zu lernen und sich zu entwickeln (bzw. entwickelt sich auch immer), eigene interessen und zugänge zur welt sowie kompetenzen, diese zu gestalten…

 

Die Eigenmotivation von Kindern und Jugendlichen, ihre Perspektiven und ihr Antrieb werden in institutionellen Zusammenhängen von Bildung und Erziehung meist wenig bzw. nachrangig adressiert. Dies wird durch einen sinkenden sozialen und ökonomischen Status noch verstärkt. Besonders Schule beginnt in der Regel bei dem Nicht-Können.

Wir begreifen lernen als Entwicklungsprozess, der sich nicht erzwingen lässt und dessen Ergebnisse nicht vorhersehbar sind – für den aber ermöglichende Situationen geschaffen werden können. Im Zentrum stehen die Kids als handelnde Personen mit ihren Bedürfnissen, Anliegen, Wünschen und Ängsten, mit ihrem Willen zu lernen sowie dessen Blockierungen. Es geht um das kontinuierliche (Wieder-)Herstellen von Handlungsfähigkeit.

 

Kinder und Jugendliche wollen sich kritisch mit sich und ihrer Umwelt auseinandersetzen, sind hochgradig motiviert zu lernen und sich zu entwickeln. Dafür brauchen sie sowohl Raum für Experimente, Kreativität und Chaos als auch für Stille, Reflexion und Kontemplation. Sie benötigen viel Vertrauen und ausreichend Zeit. Und sie brauchen möglichst freien Zugriff auf vielfältige Ressourcen wie ästhetische und pädagogische Kompetenzen sowie künstlerische Materialien.

 

Ästhetische Praxis

Künstlerische Methoden ermöglichen es, selbst zu schweren Themen Zugänge zu schaffen. Die über ein künstlerisches Medium als Drittes vermittelte Auseinandersetzung zwischen Person und Thema wirkt entlastend. Dadurch können persönliche Zugänge ohne eine direkte Konfrontation selbst gefunden und Themen indirekter verhandelt werden.

Unser vordergründiges Ziel ist es nicht, Kunst zu erschaffen bzw. das, was gesellschaftlich als solche anerkannt ist. Vielmehr nutzen wir Prozesse ästhetischer Erfahrung und Produktion, um persönliche sowie gesellschaftliche Auseinandersetzung und Entwicklung zu ermöglichen. Hierfür gestalten wir Lernsituationen mit ästhetischen Mitteln bzw. aus einer ästhetischen Perspektive. Ein “Kunst-”Produkt ist dabei nur eines von vielen möglichen Ergebnissen.

 

Kids wollen sich produzieren, sich öffentlich zeigen und wahrgenommen werden. Unser demokratischer Bildungsansatz ist essentiell dafür, dass die Kids ihre Anliegen einbringen und weiterentwickeln können. Der dadurch erschaffene Raum stellt eine notwendige Alternative zu den üblichen Sphären von Bildung und Wissen dar und wird von den Kids auch als solcher verstanden und angenommen.

 

Bisherige Projekte in Grünau

THE KIDS ARE ALRIGHT – Sex, Drogen und Gewalt

(2017/2018, Offener Freizeittreff Völkerfreundschaft Grünau)

 

neue bilder braucht grünau

(2017, Offener Freizeittreff Völkerfreundschaft Grünau),

Ausgezeichnet mit dem 1. Preis „Preis für kulturelle Bildung - kultur.LEBT.demokratie”, ausgelobt vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft & Kunst und dem Landesverband Soziokultur Sachsen e.V.

 

Grünau in die Zukunft

(2016, Offener Freizeittreff Völkerfreundschaft Grünau)

 

Wo stehst du? Oder. Der Abstand zwischen dir und mir.

(2016, Kurt-Biedermann-Schule - Förderzentrum für Erziehungshilfe der Stadt Leipzig, Grünau)

 

Und dann, um dich herum …alles Trümmer

(2015, Kinder- und Jugendtreff Leipzig-Grünau e.V)

 

Kontakt

GREATERFORM@SUPERGIRO.DE

 

 

Internet

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VISIONBAKERY.COM/TEILHABE

(Crowdfunding für Projektraum, bis 5.6.2018)

 

greater form ist eine Projektgruppe des GIR0 e.V., Leipzig